Praktische Notizen zu Klaviertechnik, Übungsgewohnheiten und Repertoire — geschrieben für meine Schüler und für alle, die Klavier lernen.
Da capo – alte und neue Musik
Alte Musik, neue Musik – und die bessere Frage
Die nützliche Unterscheidung heisst nicht alt oder neu. Sie heisst gut oder belanglos – und das verändert Ihre Repertoirewahl.
Con calma – die Tage vor dem Konzert
Bereit ankommen: die Tage vor dem Auftritt
In der letzten Woche bewirken Ruhe, Routine und Haltung mehr für Ihr Spiel als eine weitere Stunde am Instrument.
Stretto – gegen die Uhr
Ein Stück lernen, wenn die Uhr gegen Sie läuft
Kurze Vorbereitungszeit muss nicht oberflächliches Spiel bedeuten. Sie bedeutet früher entscheiden und enger üben.
Tremolo – Nerven und die Bühne
Lampenfieber – und wozu Ihre Nerven da sind
Nervosität ist kein Charakterfehler. Sie ist ein Körper, der sich bereit macht, jemandem etwas zu sagen.
Semplice – Ehrlichkeit statt Effekt
Der Mut, es einfach zu spielen
Die Interpretationen, die überzeugen, sind meist die ehrlichsten, nicht die kunstvollsten.
Cadenza – die eigene Stimme des Schülers
Führung – und die eigene Stimme des Schülers
Jede Stunde ist eine fortlaufende Entscheidung darüber, wann man eingreift und wann man schweigt.
Maestro – Lehrer und Schüler
Was einen guten Klavierlehrer ausmacht
Nicht der, der jeden falschen Ton bemerkt – sondern der, der sich langsam überflüssig macht.
Diteggiatura – die Kunst des Fingersatzes
Fingersatz ist eine künstlerische Entscheidung
Nicht nur, was sich bequem anfühlt – die Zahlen, die Sie wählen, entscheiden, was die Phrase sagen kann.
Esercizio – die Elemente der Technik
Die Bausteine der Klaviertechnik
Tonleitern, Arpeggien, Doppelgriffe und Polyphonie – vier Räume im selben Haus, und was jeder davon trainiert.
Morbido – Weichheit und Loslassen
Weniger Verspannung: Bewegungsfreiheit am Klavier
Spannung ist selten ein Muskelproblem – meist ist sie Unsicherheit oder fehlgeleitete Kraft.
Peso – Gewicht und der ganze Arm
Arm, Handgelenk und Finger: Ihren Spielapparat verstehen
Die Finger vollenden nur die Bewegung – der Klang beginnt in Rücken, Arm und Handgelenk.
Sciolto – Leichtigkeit am Klavier
Selbstvertrauen als Basis körperlicher Freiheit am Klavier
Steife Handgelenke beginnen meist als Zweifel – wie Gewissheit zu Leichtigkeit wird.
Cantabile – Technik mit Absicht
Technik im Dienst der Musikalität – nicht umgekehrt
Schnelle Finger sind nicht das Ziel – jede Übung sollte eine musikalische Frage beantworten.
Sonorità – das Gehör schulen
Gehörbildung für einen schöneren Klang
Schöner Klang beginnt im Ohr, nicht in den Fingern – ein paar Übungen dazu.
Dinamica – vom Flüstern zum Donner
Die volle Dynamik des Klaviers ausloten
Der Abstand zwischen einem gedruckten Forte und dem, was Ihr Klavier wirklich kann, ist enorm.
Cantabile – der singende Klang
Warum Klang wichtiger ist als Geschwindigkeit
Geschwindigkeit ist am leichtesten zu messen – und am wenigsten interessant zu hören.
Due contro tre – zwei gegen drei
Polyrhythmen strukturiert üben
Zwei gegen drei ist keine Magie – es ist ein Handwerk, das man Schritt für Schritt aufbaut.
Tempo rubato – geliehene Zeit
Rubato: ausdrucksvolle Freiheit, ohne den Puls zu verlieren
Echtes Rubato leiht sich Zeit und zahlt sie zurück – es ist kein zufälliges Langsamerwerden.
Tempo giusto – der lebendige Puls
Wie sich gesunder Rhythmus wirklich anfühlt
Rhythmus ist kein Metronomklick. Er ist ein lebendiger Puls – und ihn zu spüren verändert alles.
Ascoltando – mit den Ohren lernen
Von großen Pianisten lernen – ohne sie zu imitieren
Eine großartige Aufnahme ist ein Lehrer, keine Schablone. Worauf Sie wirklich hören sollten.
Affettuoso – jenseits der Noten
Jenseits der Noten: das künstlerische Bild finden
Technik ist nur das Mittel. Das künstlerische Bild – die emotionale und poetische Idee hinter einem Stück – ist das Ziel.
Legato – Pedaltechnik
Die richtige Pedalnutzung am Klavier
Das Haltepedal, das Una-Corda-Pedal und das Sostenuto-Pedal – so erkläre ich sie meinen Schülern in Zürich.